Beitragsseiten

Fam. Höllhuber und der Most - eine untrennbare Geschichte

Alles begann um 1860, als sich die Familie Johann Höllhuber im schönen Rodatal in der Gemeinde Steinbach niederließ. Sie kauften das Rohrmoosgut – eine Landwirtschaft inmitten des idyllischen Steyrtals. Der Sohn Josef heiratete ins Benachbarte Wötzleckergut. Johann Höllhuber Sohn, mittlerweile Bauer am Rohrmoosgut, verkaufte dieses und kaufte sich das Bäck - eine benachbarte Landwirtschaft mit Gasthaus. Dieses betrieb er folglich mit seiner Familie. Eine untrennbare Beziehung zum Most begann.

Damals war der Most für viele Bauernhäuser die Haupteinnahmequelle, vor allem im unwegsamen Gelände wo kein Ackerbau möglich war, und sicherte somit das Überleben dieser Leute. Dadurch hatte der Most einen ganz anderen Stellenwert als heute. Bier und Wein waren rar und für die Landbevölkerung nicht leistbar. Jede Familie die nur irgendwie konnte machte zumindest für den Hausgebrauch ihren eigenen Most. Die Bauern des Steyrtals produzierten Most für die umliegenden Gasthäuser der Region, aber auch für die Städte.

Die zwei Weltkriege ließen auch das malerische Steyrtal nicht außen vor und brachten - wie auch im Rest von Europa - Großteils viel Leid über die Gesellschaft. So verloren auch die Familien am Wötzleckergut und am Bäck viele Kinder durch Krieg und Krankheit. Um 1950 übernahm mein Großvater Konrad Höllhuber, der mir diese Geschichten auch mündlich überlieferte, das Gasthaus und die Landwirtschaft Bäck - mittlerweile auch bekannt als Wirt im Rutzelbach. Mein Großvater Konrad, heute im 93.Lebensjahr liebt den Most, er war das um und auf fürs Gasthaus, und half den Leuten durch diese schwierige Zeit hindurch - finanziell und privat, so konnten die Gäste nach dem Genuss einiger Krügerl doch so manche Sorge vergessen und heiter feiern.

Zu Spitzenzeiten produzierte Konrad mit seiner Frau Rosa und den sechs Kindern über 150 Eimer Most (8.400 Liter). Ein Teil davon wurde im Gasthaus verkauft. Der Rest wurde gemeinsam mit seinem Cousin vom Wötzleckergut und umliegenden Bauern mit Ochsen und Pferdefuhrwerken in die Städte Steyr und Linz an Gaststätten verkauft - schon damals war der Most aus dem Steyrtal über seine Grenzen hinaus gefragt.


Wie in der Geschichte bekannt, nahm in den 60igern und 70igern nicht nur die Wirtschaft Schwung auf, sondern auch das Bier verdrängte den Most immer mehr aus den Gasthäusern. So kam es, dass die Einnahmen des Mostes ausblieben, und mein Großvater neben der Landwirtschaft, dem Gasthaus nun auch noch in die Haunoldmühle arbeiten gehen musste. Auch im Wötzleck sah die Zukunft nicht rosig aus. Der Bauer Josef Höllhuber jr. verstarb 1944 plötzlich im 56. Lebensjahr. Genauso erging es 9 Jahre zuvor seinem Bruder Franz. Die Witwe Rosina heiratete Franz Bauer, denen leider der Kindersegen verwehrt blieb. So kam das Wötzeleckergut zu ihren Cousin Konrad per Leibrente. Schweren Herzens sperrte er das Gasthaus 1974 zu. Doch die Leidenschaft zu Most und seiner Herstellung hielt an. Er gab all sein Wissen zuerst an seine Söhne Konrad und Franz weiter, später in den 90ern durfte ich noch alles von ihm lernen. Genauso wie bei meinem Vater und Onkel weckte er bei mir die Leidenschaft zum Most und seiner Herstellung.

1986, als ich das Licht der Welt erblickte, übernahm mein Vater Franz die Landwirtschaft. Er ging nebenbei bei der Firma Bauernfeind als Verpackungsmittelmechaniker zur Arbeit.

1998 gründeten einige Bauern aus Steinbach den Obstverarbeitungsbetrieb Steinbacher Natursäfte. Zunächst wurden nur Fruchtsäfte produziert, mein Vater aber erkannte, dass im Most wieder Potenzial steckt und fing klein (neben dem Most zuhause) auch im Gsöllhof  bei den Steinbacher Natursäften das Most produzieren an. Er machte die Ausbildung zum Mostsommelier und der Most wurde wieder bekannter und geschätzter.

2011 übernahm mein Vater die Steinbacher Natursäfte und machte daraus die Mostkellerei Höllhuber. 2014 machte mein Bruder Stefan die Ausbildung zum Obstverarbeitungsmeister (Abschluss im Jahr 2015) und arbeitet seither im Betrieb bestehend aus Franz, Margarete und Stefan Höllhuber mit.


Ach ja, und ich?

Wie gesagt wurde bei mir die Leidenschaft durch meinen Großvater geweckt. Unsere Familie, meine Mutter Greti , mein  Vater Franz, Tanten, Cousins und Cousinen, Bruder und Schwester, etc. waren im Wötzleck bei den uralten, riesigen Bäumen Obst sammeln. Am nächsten Morgen durfte ich mit meinem Großvater das gesammelte Obst zu Most verarbeiten - eine Arbeit die ich liebte und heute noch verrichte wie er es mir beigebracht hat.

Da von Anfang an klar war, dass mein jüngerer Bruder Stefan zuhause den Hof übernehmen wird, erlernte ich nach der Schule den Schlosserberuf. Nebenbei war ich mit meinem Vater viel in der ,,Safterei“  Steinbacher Natursäfte. Die Faszination Most lies mich jedoch nicht los, so entschloss ich mich 2010 Österreichs ersten Onlineshop für Qualitätsmost nebenberuflich zu eröffnen, um die Botschaft des guten Mostes hinaus zu tragen.

2012 kam die überraschende Entscheidung meines Vaters mir das in die Jahre gekommene Wötzleckergut mit 3,5Ha zu überlassen. Meine Frau Regina und ich errichteten ein neues Stallgebäude und Wohnhaus, indem wir seit 2013 Wohnen und den Bio-Betrieb mit großer Freude führen.

Wir erzeugen auf unserem Bio-Hof neben Most wie vor 100 Jahren auch Apfelsaft aus über 100 Bäumen sowie Bio-Lamm und Bio-Putenfleisch.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Schmöckern in unserem Onlineshop und hoffen dass auch für Sie das Richtige dabei ist.

Liebe Grüße aus dem Rodatal,

Familie Regina und Jürgen Höllhuber

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.