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Das 19. Jahrhundert- das Jahrhundert des Mostes

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Landwirte- bedingt durch die Agrarreformen – zur Intensivierung der Obstzucht angehalten. Ihre volle Entfaltung  erreichte die Mostkultur im 19. Jahrhundert, das man zu recht als das Jahrhundert des Mostes bezeichnen kann. Es waren die großen gesellschaftspolitischen Umwälzungen dieses Jahrhunderts, die dem Bauerntum zugute kamen: Das Revolutionsjahr 1848 beschied dem Landwirt Eigentum an Grund und Boden und ermöglichte ihm erstmals eigenständiges und gewinnorientiertes Wirtschaften. Hier bot sich die Mostproduktion als zweckmäßiges  und einträgliches Standbein an, zumal durch die beginnende Industrialisierung eine neue Konsumentenschicht- die Arbeiterschaft- herangewachsen ist.

Ab 1848 war auch der Eigenbedarf am Haustrunk im Steigen begriffen, denn beim Bau  der mächtigen Vierkanthöfe waren zahlreiche Handwerker und Taglöhner zu versorgen. Auch wuchs die Zahl der Dienstboten in ertragreichen Bauernwirtschaften ständig an, sodass ein Hof inklusive der bäuerlichen Großfamilie ein gutes Dutzend Mosttrinker beherbergte. Der Most, Jahrhunderte lang nur bäuerlicher Haustrunk ist im 19. Jahrhundert zum beliebten Volksgetränk geworden. Der Mostboom hielt weit über die Wende zum 20. Jahrhundert hinaus an.

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